Jahr: 1874

1874 setzte sich das Wachstum Wiens unvermindert fort, und die Stadt entwickelte sich zunehmend zur modernen Großstadt. Neue Wohnviertel und eingemeindete Bezirke brauchten eine funktionierende Versorgung, von der Straßenbeleuchtung bis hin zu einer sicheren Abwasserentsorgung. In dieser Zeit wurden zahlreiche gemauerte Hauptkanäle errichtet, die das Abwasser gezielt in Richtung Donau führten und so das Stadtgebiet entlasteten. Damit begann der systematische Abschied von provisorischen Abzügen und offenen Rinnsalen, die immer wieder Seuchen begünstigten. Die fortschreitende Kanalisation bedeutete einen wichtigen Schritt in Richtung Hygiene und Lebensqualität für die wachsende Bevölkerung. Auch heute sind Teile dieser Bauwerke noch im Wiener Untergrund zu finden.