Jahr: 1877

Im Jahr 1877 war Wien weiterhin geprägt von der Dynamik der Gründerzeit. Trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten nach dem Börsenkrach von 1873 setzte sich die Stadterweiterung fort, wenngleich in etwas verhaltenerem Tempo. Der Bedarf an moderner Infrastruktur blieb jedoch hoch, insbesondere im Bereich der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. In den Bezirken außerhalb des Stadtkerns wurden weitere Abschnitte des Kanalsystems angelegt, oft in massiver Ziegelbauweise, um den steigenden Mengen an Abwasser gerecht zu werden. Diese Bauprojekte trugen dazu bei, hygienische Missstände zu verringern und Epidemien einzudämmen. Damit wurde die Wiener Kanalisation zunehmend zu einem Symbol für den technischen Fortschritt und die Modernisierung der Stadt.